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Filterung
Die Filterung von Röntgenstrahlung ist notwendig, um das Gesamtspektrum je nach Anwendungsfall entweder auf die charakteristische Strahlung oder das Bremsspektrum zu beschneiden. Es werden dazu Absorptionserscheinungen oder Beugungserscheinungen ausgenutzt. Die einfachste Art der Filterung ist, einen Absorber in den Strahlengang zu stellen. So reicht z. B. eine ca. 3 mm dicke Aluminiumplatte im Strahlengang, ent- sprechend dem Bild 2.10 aus, die langwelligen Bereiche besonders stark zu schwächen und nur die kurzwelligen Bremsstrahlanteile hindurch zu lassen. Man spricht bei dieser Methode von einer Aufhärtung der Strahlung und setzt diese Technik bei der Einkristall- beugung, der Röntgenfluoreszenzanalyse oder bei den Röntgengrobstrukturverfahren ein, Bild 2.12a.
Zur Erzeugung von weitgehend monochromatischer Strahlung verwendet man Absorp- tionsfilter. A.W. Hull entwickelte um 1917 in den USA diese Methode. Man nutzt dabei aus, dass dünne Folien beim Strahldurchgang genau die Energieanteile besonders stark absorbieren, in deren Nähe sie selbst emittieren würden. Die absorbierte Energie der einfallenden Strahlung führt zum Herauslösen von Elektronen aus unteren Energienive- aus, genauso wie im Prozess in Bild 2.5, nur dass jetzt im Unterschied nicht Elektro- nen eingeschossen werden, sondern Röntgenstrahlung absorbiert wird. Es kommt dabei zur Aussendung von charakteristischer Röntgenstrahlung (Fluoreszenzstrahlung) entspre- chend der Wellenlängen des Filtermaterials. Kennzeichnend für diesen Vorgang ist die Ausbildung der Absorptionskante. Die ablaufenden Vorgänge sind ähnlich denen aus dem Franck-Hertz-Versuch für höhere Energieniveaus