2 AUTOMATISIERUNG IM SOFTWAREENTWICKLUNGSPROZESS Im diesem Kapitel wird ausgehend von den Phasen des Softwareentwicklungsprozesses die Funktionsweise von CI/CD aufgezeigt. Im Anschluss wird Git und die Rolle von Branches in diesem Umfeld erläutert. Diese Erklärungen dienen dem Verständnis im Kapitel der Problemdarstellungen. Überschrift: Phasen im Softwareentwicklungsprozess In der gibt es eine Vielzahl von Modellen zur Unterstützung des Softwareentwicklungsprozesses. Zur Betrachtung der Automatisierungsmöglichkeiten können Komponenten eines Phasenmodells herangezogen werden. Dabei werden die Phasen selbst betrachtet, unabhängig von der Anordnung, Iteration, ihrem Kontext oder Umfang und auch der Philosophie der jeweiligen Methode. Diese einzelnen Schritte lassen sich in ähnlicher Form in vielen anderen Methoden wiederfinden. Typische Softwareentwicklungsphasen sind die Anforderungsanalyse, das Systemdesign, die Programmierung, der Test sowie der Betrieb. \hypertarget{anforderungsanalyse}{% \subsection{\texorpdfstring{\textbf{Anforderungsanalyse}}{Anforderungsanalyse}}\label{anforderungsanalyse}} \hypertarget{in-diese-phase-geht-es-darum-anforderungen-zu-sammeln-und-zu-analysieren.-dies-geschieht-in-form-von-texten-oder-modellen-die-der-strukturierung-und-klassifizierung-dienen.}{% \subsection{In diese Phase geht es darum, Anforderungen zu sammeln und zu analysieren. Dies geschieht in Form von Texten oder Modellen, die der Strukturierung und Klassifizierung dienen.}\label{in-diese-phase-geht-es-darum-anforderungen-zu-sammeln-und-zu-analysieren.-dies-geschieht-in-form-von-texten-oder-modellen-die-der-strukturierung-und-klassifizierung-dienen.}} \textbf{Systemdesign} \hypertarget{hier-wird-die-architektur-der-module-schnittstellen-und-daten-festgelegt-die-der-spezifikation-aus-der-anforderungsanalyse-genuxfcgen-sollen.}{% \subsection{Hier wird die Architektur der Module, Schnittstellen und Daten festgelegt, die der Spezifikation aus der Anforderungsanalyse genügen sollen.}\label{hier-wird-die-architektur-der-module-schnittstellen-und-daten-festgelegt-die-der-spezifikation-aus-der-anforderungsanalyse-genuxfcgen-sollen.}} \textbf{Implementierung} Die Programmierung mit dem dazugehörigen Modultest sind Bestandteil der Entwicklungsphase der Implementierung \hypertarget{softwaretest}{% \section{\texorpdfstring{Softwaretest }{Softwaretest }}\label{softwaretest}} \hypertarget{in-der-testphase-wird-ein-system-oder-eine-komponente-gegen-die-zuvor-spezifizierten-anforderungen-uxfcberpruxfcft.-das-testergebnis-dient-der-behebung-von-softwarefehlern-um-ein-fehlerfreies-system-in-produktion-zu-uxfcbernehmen.}{% \subsection{\texorpdfstring{In der Testphase wird ein System oder eine Komponente gegen die zuvor spezifizierten Anforderungen überprüft. Das Testergebnis dient der Behebung von Softwarefehlern um ein fehlerfreies System in Produktion zu übernehmen. }{In der Testphase wird ein System oder eine Komponente gegen die zuvor spezifizierten Anforderungen überprüft. Das Testergebnis dient der Behebung von Softwarefehlern um ein fehlerfreies System in Produktion zu übernehmen. }}\label{in-der-testphase-wird-ein-system-oder-eine-komponente-gegen-die-zuvor-spezifizierten-anforderungen-uxfcberpruxfcft.-das-testergebnis-dient-der-behebung-von-softwarefehlern-um-ein-fehlerfreies-system-in-produktion-zu-uxfcbernehmen.}} \textbf{Betrieb} Der Betrieb um fasst die Inbetriebnahme und Wartung der Software \textbf{Automatisierung im Entwicklungsprozess durch CI/CD} Die Begriffe Continuous Integration, Continuous Delivery und Continuous Deployment beschreiben Methoden, mit denen Phasen aus dem Softwareentwicklungsprozess automatisiert werden. Definierte Ereignisse lösen eine Vielzahl von Einzelschritten aus, welche eine kontinuierliche Automatisierung und Überwachung von Integration, Test und Auslieferung umsetzen. Auf diese Weise wird die Software schneller und in regelmäßigen Zyklen bereitgestellt. Werden diese Prinzipien Continuous Integration, Continuous Delivery und Continuous Deployment zusammenhängend ausgeführt, so wird das betreffende System als CI-CD Pipeline bezeichnet. In Theorie und Praxis gibt es eine Vielzahl von Definitionen zu CI/CD. Welche Funktionalitäten aus den Phasen des Entwicklungszyklus dem CI zugeschrieben werden und welche dem Continuous Delivery/Deployment, kann variieren. Zusätzlich wird häufig bei der Nennung der Abkürzung CD nicht deutlich, ob Delivery oder Deployment gemeint ist. Am Ende zähl doch eigentlich nur, dass dies Funktionen entlang eines automatisierten und überwachten Prozesses in einer Pipeline durchgeführt werden, unabhängig von der Zuordnung zu einem sie ordnenden Oberbegriff. „CI`` (Continuous Integration) bezeichnet eine entwicklerorientierte Methode, bei der Code durchgängig integriert und getestet wird. Durch Continuous Integration werden verschiedene Entwicklungs- und Codeversionen, an denen parallel gearbeitet wurde, automatisch zusammengeführt und gebaut, um Mergekonflikte und Syntaxfehler rechtzeitig zu erkennen. Sobald eine Änderung durch einen Entwickler durchgeführt wurde, wird die Integration gestartet und der entsprechende Code automatisch durch unterschiedliche Teststufen (Modul-, Integrations- und Systemtests) validiert. So wird sichergestellt, dass Fehler durch rechtzeitig erkannt werden. Je nach Umfang kann CI das ganze Volumen von Testszenarien abwickeln und so die Testphase voll automatisiert abdecken und aufwendige, manuelle Testverfahren ersetzen. Zusätzlich können neben den Tests auch andere Prüfungen, wie z.B. statischen Codeanalysen durchgeführt werden. So ist es möglich, auch nicht funktionale Anforderungen durchzusetzen, Sicherheitsprobleme aufzudecken oder auch auf schlecht wartbaren Code hinzuweisen. Continuous Integration wird meist durch sogenannte Build-Server betrieben. BS ist eine Software, die darauf spezialisiert ist, auf Anfrage Automatisierungen durchzuführen wie z.B. eine Integration. Diese automatische Integration wird in einer sterilen Umgebung ausgeführt. Eine solche Umgebung ist frei von umgebungsspezifischen Konfigurationen, Passwörtern sowie anderen Dateien. Nach der erfolgreichen Integration, dem Test und weiteren Prüfungen werden die erzeugten Dateien oder auch Artefakte versioniert und archiviert. Die eine Instanz von Continuous Integration wird auch als CI -- Run bezeichnet. Ein Beispiel für solche Buildsysteme sind Jenkins, „Drone.io``, GitLap-CI. Continuous Delivery / Continuous Integration Die Abkürzung CD kann sowohl für Continuous Delivery als auch für Continuous Deployment stehen und bezeichnen die weitere Automatisierung in der Pipeline und stehen für das Ausmaß der Automatisierung. Continuous Delivery Die Aufgabe von Continuous Delivery ist die automatische Bereitstellung der Software in der Zielumgebung (Test, Staging oder auch Produktion), nachdem sie zuvor durch CI integriert versioniert und archiviert abgelegt wurde. Eine automatische Installation in dieser Zielumgebung findet nicht statt. Continuous Deployment Eine weiterführende Automatisierung stellt das Continuous Deployment dar. Es erweitert die Funktionalität des Continuous Delivery, in dem es die bereitgestellte Software im Zielsystem installiert und in Betrieb nimmt. Für den Entwicklungsalltag bedeutet diesen Praktiken, dass kleinste Codeänderungen innerhalb von wenigen Minuten produktiv werden können. Das Risiko ist geringer, weil Änderungen in kleinen Schritten durchgeführt werden und bei jedem CI/CD Run alle Tests wiederholt und am Ende in den Betrieb gebracht werden. \textbf{Git und die Bedeutung von Branches} Das Versionmanagementsystem Git basiert auf dem Konzept der Branches, welches verschiedene Codeversionen enthalten kann. Ein Branch ist ein Entwicklungszweig, auf dem die Änderungen innerhalb eines Projekt-Repository sequenziell fortgeschrieben werden. Die Art des Branches ist dafür ausschlaggebend, welcher Pfad in der Pipeline durchlaufen wird. Das Branch-Pattern beschreibt die Funktion, welche dem Branch zukommt. Je nach Art der Änderung auf einem Branch, wird sie auf die gewünschte Weise vom CI/CD System verwaltet, integriert und in den Betrieb gebracht. Ein weit verbreitetes Branchpattern besteht aus zwei permanente Branches und mehreren temporären. Der Masterbranch repräsentiert die stabilste Softwareversion, diese Version lässt sich auch in der Produktion vorfinden, häufig gibt es noch den permanenten Developmentbranch, auf dem die Codeänderungen aus den temporären Branches zusammengeführt werden. Dieser Branch lässt sich in Testumgebungen (Staging-Umgebungen) finden. Bei einem Release einer neuen Software, wird der Developmentbranch mit dem Masterbranch gemergt. Daneben existieren temporäre Branches, welche für die Entwicklung neuer Funktionen oder Bugfixes vorgesehen sind. Sie werden nach dem Merge mit dem Developmentbranch gelöscht. Diese temporären Branches sind ausschließlich für eine abgegrenzte Codeänderung vorgesehen -- und so ist für sie eine schnelle und häufige Integration vorgesehen. Darstellung eines typischen Szenarios unter Nutzung von Git: \begin{enumerate} \def\labelenumi{(\arabic{enumi})} \item \textbf{Entwicklung im Featurebranch} \end{enumerate} Für eine Codeänderung zieht der Entwickler den zuletzt gültigen Developmentbranch und erstellt einen neuen Zweig, also einen temporären sogenannten „Featurebranch``, unter dem er seine Änderung entwickelt. Auf diesem Branch bestätigt (commitet) er einen ersten Teil der Codeänderungen und übt die Push-Operation aus. In Git liegt jetzt ein neuer temporärer Featurebranch mit der Spiegelung der Änderungen vor. \begin{enumerate} \def\labelenumi{(\arabic{enumi})} \setcounter{enumi}{1} \item \textbf{Build und Test in individueller Testumgebung} \end{enumerate} CI/CD wird von Git angestoßen: CI/CD erkennt die neue Software Version und startet einen Development-Build auf dem temporäreren Featurebranch, da es im Branchpattern entsprechend definiert wurde. \begin{itemize} \item Es findet eine Überprüfung statt, ob die Integration mit dem Developmentbranch funktionieren könnte und deckt mögliche Mergekonflikte auf \item Eine nur für den Entwickler vorgesehene Softwareversion in einer Testumgebung wird erstellt (bzw. für weiteres Testing) \end{itemize} \begin{enumerate} \def\labelenumi{(\arabic{enumi})} \setcounter{enumi}{2} \item \textbf{Übertragung und Test in der Developmentumgebung xx} \end{enumerate} Sind die Entwicklungsaktivitäten auf dem Featurebranch erfolgreich beendet, wird mit der Merge-Operation auf dem Developmentbranch diese Änderung integriert. \begin{enumerate} \def\labelenumi{(\arabic{enumi})} \setcounter{enumi}{3} \item \textbf{Merge des Developmentbranches auf den Masterbranch} \end{enumerate} Zur Releasefreigabe wird der Developmentbranch auf den Masterbranch mit der Merge-Operation integriert und produktiv gesetzt